Geschichte des EGW Schönbühl

Schlachter und Steinwerfer

Gut 50 Jahre nach der Gründung der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Bern (EGB) finden sich die Anfänge des heutigen Evangelischen Gemeinschaftswerks (EGW) Schönbühl. Im Jahre 1883 wird hier ein Versammlungsplatz gegründet, u. a. durch den bekannten Bibelübersetzer Franz Eugen Schlachter, der die Gemeinde in den ersten Jahren betreut. Da die Zusammenkünfte jedoch nicht in seiner Wohnung stattfinden dürfen, wird kurzerhand ein Raum in der Ziegeleihütte gemietet. Auch diese Lokalität steht nach wenigen Jahren aber nicht mehr zur Verfügung. So ist es schliesslich ein Mitglied, das aus privater Tasche gut 600 m2 Land an der Bahnlinie kauft und darauf das erste Vereinshaus bauen und 1888 einweihen lässt. Gezittert wird darin sowohl bei jedem vorbeifahrenden Zug wie auch bei den Steinwürfen durchs Fenster während den Gottesdiensten.

RBS-Haltestelle und Rosenweg

Im darauf folgenden Jahrzehnt wächst die Gemeinde um fünf weitere Versammlungsorte: Münchenbuchsee, Grafenried, Iffwil, Münchringen und Hueb im Krauchtal, wobei heute nur noch der erste besteht. In Schönbühl finden so Gottesdienste samt Chor, Bibelstunden, Hauskreise, Evangelisationswochen, Sonntagsschule mit Kindern aus dem ganzen Dorf und ein eigener, zweijähriger Konfirmandenunterricht statt. Da nach einiger Zeit Renovationsarbeiten anfallen und die Bahn das Land kaufen will, verkauft die Evangelische Gesellschaft den heutigen Standort der RBS-Haltestelle Schönbühl. Im Gegenzug wird 1967 die Liegenschaft am Rosenweg 2 mit einem Wohnhaus erstanden, wobei anschliessend ein Saal für die Gottesdienste angebaut wird. Gute 30 Jahre später findet ein Umbau statt, der einerseits den überdeckten Verbindungsgang des Innenhofs zu einem Foyer samt Küche werden lässt und andererseits das Untergeschoss um weitere Räume erweitert.

Zusammenarbeit und Zukunft

Im Zuge der Wiedervereinigung zwischen der Evangelischen Gesellschaft (EGB) und der Landeskirchlichen Gemeinschaft (VLKG) gehört der Versammlungsort am Rosenweg nun zum Evangelischen Gemeinschaftswerk (EGW) Schönbühl. Im Jahr 2005 darf sich das EGW Münchenbuchsee vom Bezirk Schönbühl loslösen und eigenständig werden, wobei auch heute eine gute Zusammenarbeit besteht. Ebenso wird in gutem Einvernehmen mit der Kirchgemeinde zusammengearbeitet – sei dies mit Blick auf die Kinder oder auch bei gemeinsamen Gottesdiensten. Der Blick fürs Weite und Ganze wird uns nebst anderen Aktivitäten und Hilfsaktionen durch die von der Gemeinde unterstützten Missionare zusätzlich geschärft. Die eben erst neu besetzte Pfarrstelle und weitere anfallende Kosten werden durch freiwillige Spenden der gut 60 Mitglieder und 30 Freunde getragen. Voller Dankbarkeit blicken wir somit auf Vergangenes und gehen mit unserem treuen Gott dem entgegen, was vor uns liegt.