Geschichte des EGW Schweiz

Anfang und Anliegen

Der Weg des heutigen Evangelischen Gemeinschaftswerks (EGW) beginnt bereits 1831 mit der Gründung der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Bern (EGB). Innerhalb der Berner Kirche will diese gegen den um sich greifenden theologischen Liberalismus einstehen. Weil zentrale Inhalte des christlichen Glaubens wie Kreuz, Auferstehung und Wiederkunft Christi infrage gestellt werden, kommen damals gegen fünfzig Leute beim blinden Eisi zusammen: Patrizier, Pfarrer, Theologiestudenten und Männer vom Land. Mit dem erklärten Ziel, innerhalb der Landeskirche zu bleiben, wird der Patrizier Karl Stettler-von Rodt zum ersten Präsidenten der neu gegründeten Gemeinschaft ernannt.

Antrieb und Ausbreitung

Sogenannte Hilfsvereine werden ins Leben gerufen, die – meist durch einen Pfarrer betreut – versuchen, Christen zu sammeln und im Glauben zu vertiefen. Einerseits geschieht dies mit Bibel-, Gebets- und Missionsstunden innerhalb der Gesellschaft, andererseits wird in der Diakonie und im Schulwesen auch in der Öffentlichkeit ein Zeichen gesetzt. So gehen bekannte Institutionen wie das Lehrerseminar Muristalden, das Freie Gymnasium oder das Salem-Spital auf die Evangelische Gesellschaft zurück. Die Bewegung nimmt ab 1880 – insbesondere dank dem Basler Missionar Elias Schrenk – Fahrt auf und wächst gewaltig: Menschen kommen hinzu, Häuser werden gebaut und Pfarrer angestellt.

Aufbruch und Aussöhnung

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Mit dem breiten, enthusiastischen Aufbruch gibt es im Jahr 1908 leider auch einen bedeutenden Bruch innerhalb der Gesellschaft, woraus die Landeskirchliche Gemeinschaft des Kantons (VLKG) und in Folge der Evangelische Brüderverein (heute: Gemeinde für Christus (GfC)) erwachsen. Obwohl mit ersterer im ersten Jahrzehnt eine enge Zusammenarbeit stattfindet, dauert es bis ins Jahr 1996 für die erneute und bemerkenswerte Wiedervereinigung. Dann ist die Zeit reif, damit aus der Evangelischen Gesellschaft und der Landeskirchlichen Gemeinschaft das heutige Evangelische Gemeinschaftswerk (EGW) wird.

Arbeit und Aussicht

Das Evangelische Gemeinschaftswerk steht heute – mit 37 lokalen Bezirken und etwa 4000 Mitgliedern – in der Mitte der vielfältigen evangelischen Kirchenlandschaft des Kantons Bern und versucht in seiner Arbeit bewusst geistliche Akzente zu setzen: Beschäftigung mit der Bibel, Fokus auf Gemeinschaft und Förderung von Jugendlichen. Auch die Diakonie bleibt wichtiger Bestandteil: der Verein Hope mit Angeboten für Migranten, das Alters- und Pflegeheim Brienz oder das Hotel Sunnehüsi in Krattigen. Als Mitglied der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) und des Freikirchenverbandes (VFG) geschehen diese Dienste vernetzt und nicht alleine. Mit viel Dankbarkeit für den bisherigen Weg wird im Vertrauen auf den treuen Gott mutig in die Zukunft geblickt.